23. September 2018 Marienberg-Gebirge

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Der Fahrradmarathon Countdown

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1997 - Radeln für Tansania

Radfahrer erstrampeln 4800 Mark für afrikanisches Krankenhaus

MARIENBERG (as). Ideal war das Wochenendwetter zum Radfahren. Das auch noch mit einem „guten Zweck" zu verbinden, gelang 76 Bikern am Samstag und Sonntag. Sie hatten einen Sponsor gefunden, der für jeden gestrampelten Kilometer eine Mark für ein tansanisches Krankenhaus spendete. Nach 30 Stunden waren über 4.800 Mark zusammengekommen.

Die Idee wurde vor drei Wochen von einer christlichen Jugendgruppe aus Gebirge geboren, die zum Verband „Entschieden für Christus" (EC) gehört. Sie fanden Verstärkung aus dem gesamten Kirchenbezirk Marienberg. Der Scheck wird am nächsten Samstag in der Marienkirche einer Delegation aus Tansania übergeben. Es seien, alle Fahrer zusammengenommen, 304 Runden auf dem „Marienberger Dreieck" gedreht worden, sagt Projektleiter Andreas Hahn. Der 17jährige Maik Hertwig aus Pobershau schien Gefallen am Ganzen gefunden zu haben, er radelte gleich 13 mal die 16 Kilometer lange Etappe entlang. Auf der Rennstrecke mit den Ecken Marienberg, Heinzebank und Wolkenstein wurden bis 16 Uhr am Sonntag insgesamt 4.864 Kilometer bezwungen.

Die 13- bis 37(!)jährigen Biker waren in Gruppen unterwegs - zur Sicherheit immer mit Begleitfahrzeug, das Werkzeug, Verbandskasten und Handy geladen hatte. Unfälle gab es keine, obwohl die Fahrer meist ohne Helm radelten. Wer sich lieber der Füße zur Fortbewegung bediente, hielt die Stellung am Verpflegungszelt auf dem Marienberger Marktplatz. Alle acht Stunden war Schichtenwechsel der Chefs vom Dienst und der „Essenbeauftragten" - schlafen muß man ja auch mal. Neben dem Hauptsponsor, dem Lautaer Autohaus Amaro, fanden die Jugendlichen noch einige andere Firmen, die das Projekt unterstützten; beispielsweise einen Fahrradhandel, dem die Sache drei Pfennig pro 1000 Meter wert war, eine Bäckerei, die den Sportlern Kohlenhydrate lieferte, und eine Druck- und Verlagsgesellschaft, die die Kosten für das Begleitfahrzeug trug. Man hätte wahrscheinlich noch mehr Gönner aufgetrieben, so Hahn, wenn die Zeit nicht so knapp gewesen wäre.

Viele der um Hilfe gebetenen Unternehmen hätten ihren gemeinnützigen Etat bereits verplant, anderen reichte gar die Zeit von drei Wochen nicht zu antworten.

Die Bevölkerung ignorierte die ganze Aktion. Niemand hatte während der 30 Stunden interessiert, was die jungen Damen und Herren vor dem unübersehbaren Zelt wohl trieben. Der Marktplatz lag bei schönem Wetter verlassen wie eh und je. Ein älteres Ehepaar hatte am Sonntagnachmittag das Geschehen beobachtet und war begeistert von dieser Aktion. „Das ist eine schöne Arbeit", sagte die Dame - mit holländischem Akzent. Im nächsten Jahr soll wieder eine Hilfsaktion dieser Art stattfinden.

(aus: FreiePresse vom 10. Juni 1997; mit freundlicher Genehmigung )